Schweizerische Nord Bahn (SNB)


FZ von Thomas Brian


 
Erste Schweizer Eisenbahn, "Spanisch-Brötli-Bahn" Typ D 1/3
Nrm. 1 und 2
 

Der Eröffnungszug fährt mit der D 1/3 Nr. 1 am 7. August 1847 von Zürich nach Baden. Im offenen Wagen spielt eine Musik, auf dem orderteil der Lok standen Lokführer in alter Waffenrüstung und einem Banner (hier das Zürcher-Wappen).

Personenzug im Jahre 1847 mit der D 1/3 Nr. 1 Limmat auf der Fahrt von Zürich nach Baden

Personenzug im Jahre 1847 mit der D 1/3 Nr. 2 Aare auf der Fahrt von Baden nach Zürich

 

Kurzbeschreibung:

Als erste Schweizer Eisenbahnstrecke gilt die Verbindung von St. Louis nach Basel St. Johann, die als letztes Teilstück der Elsässer Linie Strasbourg im Jahre 1844 eröffnet wurde. Ab August 17847 fuhr dann die so genannte Spanisch-Brötli-Bahn über eine 23.3 km lange Trasse zwischen dem Badekurort Baden und dem Geschäftszentrum Zürich. Sie wurde von der Schweizerischen Nordbahn (SNB) betrieben, aus der später die Marktführende Gesellschaft der Nordostbahn (NOB) hervorging. Die ersten Zugskompositionen bestanden aus einfachen Dampfloks der Achsfolge 2'A und 2'B mit Schlepptender sowie aus kurzen Zweiachswagen für Reisende der 1. bis 3. Klasse und ein Gepäcktransport, der für Höchstgeschwindigkeiten vom 40 km/h konzipiert war. Die vier Lokomotiven stammten aus den Werkstätten von Emil Kessler in Karlsruhe.
Für das 100-Jahr-Jubiläum der Schweizer Eisenbahnen 1947 liessen die SBB einen originalgetreuen Nachbauzug anfertigen. Er besteht aus der Dampflok D 1/3 Nr. 1 mit dem Taufnamen "Limmat", welche die SLM unter Verwendung von Originalteilen der damals abgebrochenen Engerth-Schnellzuglok "Speiser" (Baujahr  1857) herstellte.
Als Anhängefahrzeuge stehen jeweils vier Reisezugwagen mit Abteilen der 1. bis 3. Klasse, zwei offene Personenwagen und ein Gepäckwagen zur Verfügung. Es konnten zwei von der SIG Neuhausen gebaute Wagen aus den Jahren 1856 und 1857 aufgearbeitet werden. Bei den restlichen Wagen handelt es sich um Nachbauten. Die je nach Kategorie in unterschiedlichen Farben bemalten Wagen besitzen keine Zug- und Stossvorrichtungen heutiger Bauart. Sie werden mit flachen Kuppeleisen und Steckbolzen verbunden. Der Sicherung dienen seitlich eingehängte Ketten. Eine durchgehende Bremse existierte nicht. Ihre Funktion übernahmen Handspindelbremsen auf den Wagenplattformen, die auf hölzerne Klötze an den Achsen wirkten. Die ungeheizten und mit Kerzen oder Petroleumlampen beleuchteten Abteilwagen verfügen über Stirnwandtüren, Mittelgänge und Endplattformen. Die nach unten versenkbaren Fenster werden mit Lederriemen festgehalten. Die Sitzbänke der 1. und 2. Klasse sind kunstvoll gepolstert. Zwischen den Sitzen der Komfortklasse sind Tische angeordnet, während der Boden mit einem Teppich ausgelegt ist. In den offenen Drittklasswagen sitzen die Fahrgäste entlang der Aussenwände auf Holzbänken. Ausserdem verläuft längs in Wagenmitte ein Geländer, an dem sich die Stehgäste festhalten konnten.
Wenn die Komposition nicht bei Festveranstaltungen zum Einsatz kommt, wird ein Teil der Garnitur im Verkehrshaus Luzern zur Schau gestellt.

Text aus: SBB Historic (Beat Moser und Peter Pfeiffer) des Eisenbahn-Journal 3/2003

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