SBB Ee 922 001 - 021


FZ von Martin Voepel


 
SBB Ee 922 001 - 021
 

Kurzbeschreibung:

Die Flotte der SBB-Division-Personenverkehr umfasste per 1. Januar 2009 53 ältere elektrische Rangierlokomotiven. Dies waren 38 Ee 3/3, 7 Ee 3/3II und 8 Ee 3/3IV, die am Ende ihrer Lebensdauer angelangt waren und ersetzt werden mussten. Da so gut wie alle Abstellgleise in der Schweiz elektrifiziert sind, kamen aus ökologischer Sicht Diesellokomotiven nicht in Frage. Denn es befinden sich viele Abstellanlagen in Nähe von Wohngebieten und so ist vor allem nachts eine zusätzliche Lärmbelastung unbedingt zu vermeiden. Auch das Vorheizen der Reisezugwagen durch die Rangierlok ist mit elektrischen Lokomotiven einfacher umzusetzen. Eine Standartlösung für eine elektrische Rangierlokomotive war nicht erhältlich, weil sich bis auf die Schweiz in ganz Europa E-Loks im Rangierbetrieb nie wirklich durchsetzen konnten.

Durch Änderungen bei den Fahrzeugeinsätzen konnte die geplante Flotte verringert werden. So ging man von einem Gesamtbedarf von 29 elektrischen Rangierlokomotiven aus. Es wurde beschlossen, die acht Ee 3/3IV (Ee 834) zu modernisieren. Das kam bei den anderen Lokomotiven, auch wegen der niedrigen Schleppgeschwindigkeit von nur 45 km/h, nicht in Frage. So schrieb die SBB die Beschaffung von 21 elektrischen Rangierlokomotiven international aus.

Das Pflichtenheft war recht moderat und lies einiges an Handlungsspielraum offen. Trotzdem war von den grossen Herstellern keine Offerte eingegangen. Im Dezember 2007 vergab die SBB den Auftrag an die Stadler Winterthur AG. Im Hinblick auf eine einheitliche Flotte sind alle Lokomotiven als Zweifrequenzfahrzeuge für 15 kV 16,7 Hz und 25 kV 50 Hz ausgelegt. Die Fahrzeuge sind eine komplette Neuentwicklung, wobei auf die Erfahrungen mit den Stadler GTW zurückgegriffen wurde, dessen mittiger Traktionsteil durchaus mit der neuen Lok vergleichbar ist.

Die Ee 922 verfügt über IGBT-Stromrichter und daher über zahlreiche Funktionen, welche eher von Regionaltriebzügen, als von Rangierfahrzeugen bekannt sind. Beispielsweise ist eine Rückspeisung für Bremsenergie in die Fahrleitung oder eine Vielfachsteuerung vorhanden. Auch die Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ist für eine Rangierlokomotive recht hoch - und übertrifft bei weitem die üblichen 45 km/h der Ee 3/3. Im Rangierdienst wird die Lokomotive aber wegen den Vorschriften weiterhin mit überwiegend 30 km/h bis maximal 40 km/h tätig sein. Die Schleppgeschwindigkeit beträgt 100 km/h. Sie befähigt die Ee 922 zusammen mit der Vielfachsteuerung auch für kleinere Streckeneinsätze wie beispielsweise Überführungsfahrten. Konstruktiv ist die Lokomotive für ein Gesamtgewicht von 45 Tonnen ausgelegt.

Der elektrische Teil entspricht technisch weitgehend dem Stadler Flirt und dem GTW, aus Platzgründen aber angepasst. Der Transformator ist Unterflur unter dem Führerstand eingebaut.

 
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