SBB Ae 4/8 11300


FZ von Thomas Brian


 
Ursprüngliche Bezeichnung bis 1929: Ae 4/8 11000
Aufbau neuer Stromabnehmer mit Doppelwippen und grüne Farbgebung
Die Lokführerstandstüren rechts wurden zugeschweisst
 

Kurzbeschreibung:

  • Zur Betriebserprobung von Einzelachsantrieben war bereits 1918 die Versuchslokomotive Be 2/2 11001 in Betrieb genommen worden. Da aber angesichts der bescheidenen Leistung und Höchstgeschwindigkeit dieser Maschine die Versuchsbasis sehr schmal war, genehmigte der SBB-Verwaltungsrat im Juli 1919 die Bestellung einer zweiten Versuchslokomotive mit zwei verschiedenen Einzelachsantrieben bei SLM und BBC.

  • Ein besonderes Merkmal dieser Versuchslokomotive waren zwei Rahmen, von denen jeder einen anderen Antrieb erhielt. Unter sich waren die beiden Rahmenhälften symmetrisch. In der Mitte waren beide kurzgekuppelt, jedoch ohne Stossvorrichtung. Der Lokkasten war dreiteilig, der Mittelteil beinhaltete Transformator, Hauptschalter und Stufenschaltersteuerung. Eine Lokhälfte erhielt einen BBC-Buchli-Einzelachsantrieb, die andere einen Tschanz-Einzelachsantrieb. Der Buchli-Antrieb wurde zum Gewichtsausgleich versetzt, nicht aber der Tschanz-Antrieb.

  • Diese Maschine mit dreiteiligem Kasten hätte man als fahrenden Versuchsstand bezeichnen können. Zwei Triebachsen waren mit dem vereinfachten Tschanz-Kardanantrieb ausgerüstet, die anderen zwei mit einem BBC-Buchli-Gelenkantrieb. Die "Grossmutter", wie ihr Spitzname lautete, erhielt auf Grund der guten Erfahrungen 242 Enkelkinder in Form der Ae 3/6'- und Ae 4/7-Lokomotiven.

  • Nach der Ablieferung im März 1922 kam die Lokomotive zum Depot Bern, wo sie zwischen Bern und Thun, nicht aber über den Lötschberg eingesetzt wurde. Es folgte eine mehrjährige Versuchsperiode ohne festen Umlaufplan, unter anderem auch am Gotthard. 1925 wurde die Lokomotive dem Depot Basel zugeteilt, wo sie bis zu ihrem Ende blieb. Sie wurde auf den 31. Dezember 1964 ausgemustert. Schon zwei Monate später war sie abgebrochen, doch die Lehrlinge der SBB-Werkstätte Zürich bauten ein Modell der Ae 4/8 im Massstab 1:10, welches heute im Verkehrshaus der Schweiz zu bewundern ist.

  • Die Lokomotive hatte verschiedene Übernahmen wie "Grossmutter", "Tatzelwurm", "Feldschlange" oder "Bastard".

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