SBB Ce 4/4 9701 - 9702


FZ von Thomas Brian


 
Ce 4/4 9701 - 9702 Baujahr 1924
ca. 1945 Einbau von neuen Stromabnehmer mit einfacher Doppelwippe
Ce 4/4 721 res.
Ce 2/4 711
1955 wurde ein Stromabnehmer entfernt
 

Kurzbeschreibung:

  • Diese beiden Motorwagen waren grundsätzlich gleich gebaut wie die Ce 4/6. Da sie kürzer und leichter waren, konnte auf die Laufachsen in den Drehgestellen verzichtet werden. Die kürzeren Drehgestelle erlaubten überdies die Anordnung der Einstiege an den Wagenenden.
  • Während des Baus der Ce-4/6-Triebwagen bot sich die Gelegenheit, von der französischen Bahngesellschaft "Chemins de Fer du Midi" wohlfeile Triebmotoren zu erwerben, die durch den Umbau von 13 Triebwagen vom Stromsystem Einphasen-Wechselstrom 12000 V, 16 2/3 Hz auf 1500 V Gleichstrom überzählig geworden waren. SWS und SAAS erhielten den Auftrag, unter weitestgehender Verwendung der gleichen elektrischen Ausrüstung wie beim Ce 4/6 zwei passende Motorwagen zu bauen, die insbesondere auch mit den Ce 4/6 in Vielfachsteuerung betrieben werden konnten.
  • Die Midi-Motoren hielten nicht ganz das, was man sich versprochen hatte. Sie wurden deshalb 1931 durch Motoren der MFO ersetzt. Aber auch sonnst waren die beiden Außenseiter keine Glanznummern und erheischten stets einen grossen Reparaturaufwand. Während der Ce 4/4 9701 bez. 721 ausser dem Wegfall eines Stromabnehmers im Jahre 1955 keine Änderung von Belang erfuhr, machte sein Kumpan 722 bemerkenswerte Metamorphosen durch. Im Jahr 1953 erhielt er auf Seite I ein Drehgestell, wie es beim Gepäcktriebwagen Fe 4/4 eingebaut war, aber ausgerüstet mit zwei MFO-Motoren besonderer Bauart, die ihrerseits von dem 1953 normalisierten Sonderling Fe 4/4 831 stammten. Im anderen Drehgestell wurden die Motoren ausgebaut. Damit verwandelte sich der Triebwagen zum Ce 2/4 und erhielt die Nummer 711.
  • Die Ce 2/4 711 und Ce 4/4 721 waren seit den frühen vierziger Jahren im Depot Lausanne zuhause. Man war nicht unfroh, als 1955 die vereinigten Huttwil-Bahnen (VHB) Interesse an den beiden Einzelgängern zeigten und sich nach Probefahrten im November 1955 zum Kauf entschlossen. Zu einer Zeit, als man bei den SBB wegen Mangel an elektrischen Lokomotiven häufig mit Dampf fuhr, trennte man sich leichten Herzens 1956 vom 721 und 1957 vom 711, die bei ihrem neuen Eigentümer noch bis 1970 und 1967 im Dienst standen.

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