SBB Ae 4/6 III 10851
und Züge


FZ von Thomas Brian


 
SBB Ae 4/6 III 10851 Umbau aus der Gasturbinenlok Am 4/6 1101

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Zur Erprobung der 1964 eingebauten Triebmotoren-Fremdventilation fanden am 30. Juli 1964 Testfahrten auf der Gleichstromstrecke Genève - La Plaine statt. Als Last hatte die Ae 4/6 III 10851 einen der zwei SBB-Pendelzüge zu schleppen, dessen Triebwagen Bde 4/4 II 1301 zusätzlich elektrisch bremste

 

 

Ein Personenzug aus zwei Leichtstahlwagen und einem Oldtimer-Gepäckwagen auf dem Weg von Genève nach La Plaine am 4. Oktober 1977. Angelegt ist der Stromabnehmer mit dem voluminösen Doppel-Schleifstück für Gleichstrom

 

 

Derselbe Zug auf der Rückfahrt von La Plaine nach Genève am 4. Oktober 2003

 

 

Beinahe häufiger als in Genf war die Ae 4/6 III 10851 "Gast" in der Hauptwerkstätte (HW) Zürich oder fallweise in Yverdon. Hier ist sie unterwegs zur Reparatur nach Yverdon vor einem fahrplanmässigen Güterzug

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Kurzbeschreibung:

  • Nach verschiedenen aufgetretenen Mängeln und Überlegungen wurde das Kapitel Am 4/6 1101 abgeschlossen; das Interesse an der Gasturbinenlok erlosch langsam. Hingegen zeigte sich bereits 1955 das Bedürfnis nach einem Prototyp-Fahrzeug, das sowohl unter Gleichstrom als auch unter Wechselstrom von 50 oder 16 2/3 Hz verkehren konnte. Dafür konnte das Laufwerk und die Fahrmotoren der Am 4/6 1101 dienen. Im Herbst 1958 verschwand die Gasturbinenlokomotive mit Kilometerstand 410'000 in der HW Zürich, um sie drei Jahre später als Ae 4/6 III 10851 wieder zu verlassen.
     
  • Da der mechanische Teil der Am 4/6 1101 samt Gleichstrommotoren und Getrieben noch gut erhalten war, konnte er zum Bau einer Mehrstromlokomotive verwendet werden, mit welcher man im Hinblick auf die kommenden Vierstrom-TEE-Züge Erfahrungen sammeln und den nur aus zwei Triebwagen bestehenden Gleichstrompark für die Strecke Genève - La Plaine verstärken wollte.
     
  • Die Lokomotive wurde neu gebaut und die elektrische Ausrüstung ähnlich wie seinerzeit die Turbinengruppe auf einem eigenen, durch das Dach eingelassenen Hilfsrahmen montiert. Die Lokomotive funktionierte unter folgenden Stromarten und Spannungen: Wechselstrom 15'000 V, 16 273 Hz; Wechselstrom 25'000 V, 50 Hz; Gleichstrom 1'500 V. Auf die Verwendung von 3'000 V Gleichstrom wurde mit Rücksicht auf die Fahrmotoren verzichtet. Auf dem Dach befanden sich zwei Stromabnehmer, einer für Gleich- und einer für Wechselstrom, die vom Lokomotivführer über einen Wählschalter je nach Stromsystem gehoben wurden, worauf die Systemwahleinrichtung die nötigen Schaltungen vornahm.
     
  • Probefahrten fanden auch bei der SNCF statt, zwischen Genève und Ambérieu für Gleichstrom und zwischen Basel und Strassbourg für Wechselstrom 50 Hz.
     
  • Am 11. September 1961 kam die Maschine im Depot Genève in betrieb, wo sie bald an Stelle des revisionsbedüftigen BFe 4/4 881 den Dienst nach La Plaine bestreiten musste
     
  • Die Lokomotive hatte keinen besonders guten Ruf und galt als wenig betriebssicher. Im Oktober 1976 erlitt der Transformator einen Schaden und erwies sich als nicht mehr reparaturfähig. Er wurde durch Ballast ersetzt, und die Lokomotive war fortan ausschliesslich unter Gleichstrom, das heisst nur noch auf der Strecke nach La Plaine einsetzbar. Sie wurde Ende 1978 ausrangiert und anschliessend in der HW Yverdon abgebrochen.