SBB Eb 3/5
Versuchslokomotive der SLM Winterthur


FZ von Thomas Brian


 

 

SBB Eb 3/5 Versuchslokomotive der SLM Winterthur

 
 

SBB Eb 3/5 Hochdrucklokomotive mit Dynamometerwagen Xd4 91101 sowie Tankwagen mit Reservewasser

 
 

SBB Eb 3/5 Hochdrucklokomotive mit Versuchszug auf der Strecke Winterthur - Romanshorn ca. 1928 mit Dynamometerwagen Xd4 91101, Tankwagen mit Reservewasser, SBB B3/4 1301 und einige Vierachsige Schnellzugswagen der Baujahre 1904 und folgende

 

Kurzbeschreibung:
  • Die Eb 3/5 ist eine Versuchslokomotive der SLM in Winterthur, deren Arbeitsdruck in Erwartung wesentlicher Betriebsstoffersparnisse auf 60 Atm. Erhöht wurde. Das Fahrzeug war als Tenderlokomotive mit üblicher Anordnung der Vorratskasten für die Betriebsstoffe gebaut. Die Lokomotive besass einen, dem Brotankessel nicht unähnlichen Röhrenkessel, doch war der übliche Langkessel in 3 Trommeln unterteilt. Die Heizgase bestrichen auf ihrem Weg zur Rauchkammer einen Überhitzer, einen Rauchgasvorwärmer und zwei Verbrennungsluft-Vorwärmer. Das in einem Abdampf-Vorwärmer fast auf Siedetemperatur erhitzte Speisewasser wurde durch eine Hochdruck-Verbundpumpe in den Kessel gefördert. Der Antrieb der Lokomotive erfolgte durch einen Dreizylinder-Maschinenblock, der vor der Rauchkammer in einem Vorbau untergebracht war. Die mit je 120° Kurberlversetzung versehene Kurbelwelle arbeitete mit Stirnradübersetzung von 1 : 2.5 auf eine, auf Triebachshöhe liegende Vorgelegewelle, die ihrerseits die Bewegung mittels Schub- und Kuppelstangen auf die 3 gekuppelten Achsen übertrug. Die Maschine führte bei 80 km/h Höchstgeschwindigkeit 700 Umdrehungen der Kurbelwelle aus und arbeitete mit einfacher Dehnung.
     
  • Die Lokomotive zeigte bei Vergleichsfahrten mit der Heissdampf-Personenzuglokomotive, mit der sie in Triebraddurchmesser, Adhäsionsgewicht und Leistung übereinstimmte, bis 50% Wasserersparnis und bis 40% Kohlenersparnis.
     
  • Nach der Durchführung von Prüfstandsmessungen am Kessel und am Dampfmotor kam die zusammengebaute Lokomotive im Jahre 1928 in der Schweiz und in Österreich in den Streckenbetrieb. Weniger erfolgreich verliefen die Versuche in Frankreich, wo von ihr auf Fahrten mit Gegendruck-Bremslokomotive hohe Dauerleistungen gefordert wurden. Die Ausmerzung der Mängel führte im Jahre 1930 zum gewünschten Erfolg. Um auf hohe Dauerleistungen zu kommen, wurde das Bremsverfahren so angewandt, dass bei voll geöffnetem Regler und bei fest eingestellter Füllung die Fahrgeschwindigkeit eines verhältnismässig leichten Zuges auf dem stark wechselnden Profil Winterthur-Romanshorn mit der Druckluft-Regulierbremse auf einen vorgeschriebenen Wert eingeregelt wurde. Die Bremsluft lieferte eine hinter dem Dynamometerwagen mitgeschleppte Lokomotive. Es wurden bei Fahrgeschwindigkeiten von 60 - 70 km/h eine Zughakenleistung von 800 PS und eine indizierte Leistung von 1'000 PS dauernd gehalten. Dieses Resultat ist in Anbetracht der kleinen Abmessungen der Lokomotive (Rostfläche 1.33 m2, Heizfläche 89.5 m2) bemerkenswert. Auf Grund dieser Ergebnisse wurde dann später eine 3'300-PS-Einzelachs-Hochdrucklokomotive für die französischen Staatsbahn gebaut. Im Lande der weissen Kohle und der bereits vollzogenen Bahnelektrifikation konnte diese Neukonstruktion natürlich kein Interesse mehr finden.

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