Kurzbeschreibung:
Diese beiden Motorwagen waren grundsätzlich gleich gebaut wie die Ce 4/6. Da sie kürzer und leichter waren, konnte auf die Laufachsen
in den Drehgestellen verzichtet werden. Die kürzeren Drehgestelle erlaubten überdies die Anordnung der Einstiege an den Wagenenden.
Während des Baus der Ce-4/6-Triebwagen bot sich die Gelegenheit, von der französischen Bahngesellschaft "Chemins de Fer du Midi" entsprechende
Triebmotoren zu erwerben, die durch den Umbau von 13 Triebwagen vom Stromsystem Einphasen-Wechselstrom (12000 V, 16 2/3 Hz) auf 1500 V
Gleichstrom überzählig geworden waren. SWS und SAAS erhielten den Auftrag, unter weitestgehender Verwendung der gleichen elektrischen
Ausrüstung wie beim Ce 4/6 zwei passende Motorwagen zu bauen, die insbesondere auch mit den Ce 4/6 in Vielfachsteuerung betrieben werden
konnten.
Die Midi-Motoren hielten nicht ganz das, was man sich versprochen hatte. Sie wurden deshalb 1931 durch Motoren der MFO ersetzt. Aber auch
sonnst waren die beiden Außenseiter keine Glanznummern und erforderten stets einen grossen Reparaturaufwand. Während der Be 4/4 9701 bez.
721 ausser dem Wegfall eines Stromabnehmers im Jahre 1955 keine Änderung von Belang erfuhr, machte sein Kumpan 722 bemerkenswerte Metamorphosen
durch. Im Jahre 1953 erhielt er auf Seite I ein Drehgestell, wie es beim Gepäcktriebwagen Fe 4/4 eingebaut war, aber ausgerüstet mit zwei
MFO-Motoren besonderer Bauart, die ihrerseits von dem 1953 normalisierten Sonderling Fe 4/4 831 stammten. Im anderen Drehgestell wurden
die Motoren ausgebaut. Damit verwandelte sich der Triebwagen zum Be 2/4 und erhielt die Nummer 711.
Die Be 2/4 711 und Be 4/4 721 waren seit den frühen vierziger Jahren im Depot Lausanne zuhause. Man war nicht unfroh, als 1955 die vereinigten
Huttwil-Bahnen (VHB) Interesse an den beiden Einzelgängern zeigten und sich nach Probefahrten im November 1955 zum Kauf entschlossen.
Zu einer Zeit, als man bei den SBB wegen Mangel an elektrischen Lokomotiven häufig mit Dampf fuhr, trennte man sich leichten Herzens 1956
vom 721 und 1957 vom 711, die bei ihrem neuen Eigentümer noch bis 1970 und 1967 im Dienst standen.
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