Kurzbeschreibung:
- Der vorhandene Personenwagenpark bestand bis 1890 aus kurzen
Zweiachsern und längeren Vierachsern mit Drehgestellen, allerdings mit
einfacher Achsfederung ohne Wiegenfederung des Wagenkastens. Mit der
Notwendigkeit, die Wagen grösser und länger zu bauen, kam bei privaten
Bahngesellschaften und auch bei der Post als Zwischenlösung noch vor
oder gleichzeitig mit dem zweifach abgefederten Drehgestellwagen das
dreiachsige Fahrwerk in grosser Zahl zum Zuge.
- Beim Dreiachser ist das Laufwerk bei den Endachsen gleich gebaut wie
bei langen Zweiachsern als so genannte Lenkachsen. Die Mittelachse wurde
seitenverschieblich, anfänglich ohne, später mit
Zentrierfedervorrichtung nach verschiedenen Systemen ausgeführt. Sie
erhielt anfänglich auch noch keine Bremseinrichtung. Die Mittelachse
erhöhte besonders bei schneller fahrenden Zügen den Fahrkomfort, ohne
dass der neue, teurere und schwerere Drehgestellwagen in Kauf genommen
werden musste. Es wurde deshalb als Wagen mit offener und geschlossener
Endplattform und mit Faltenbalg auch noch von den SBB zwischen 1905 und
1914 in grosser Zahl weiter gebaut.
- Die ersten Wagenserien erschienen bei Schweizer Bahnen ab etwa 1890.
Bis zur Verstaatlichung hatten mit Ausnahme der Gotthardbahn alle vier
Hauptbahnen Dreiachser zum Teil in grösseren Serien im Schnellzugdienst
im Einsatz. Die Schweizerische Industriegesellschaft Neuhausen am
Rheinfall SIG lieferte bis 1902 750 Dreiachser an schweizerische Bahnen.
Diese Wagen erhielten zum grössten Teil automatische Luftdruckbremsen
nach System Westinghouse.
- Die NOB beschaffte ab 1897 zwei neue Dreiachserkonstruktionen, die
sich im Äusseren in bestimmten eigenwilligen Details von den anderen
Privatbahnausführungen unterschieden. Lieferant war bei beiden
Ausführungen die SIG. Es handelt sich um den AB3 331-365 mit Oberlicht
und den C3 1572-1650 mit dem hohen Tonnendach.
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