BLS-BN Ce 6/6 121


FZ von Thomas Brian


 
BLS Ce 6/6 121
Ursprungsausführung
BN Ce 6/6 121
Ursprungsausführung
BN Ce 6/6 121
mit neuen Stromabnehmern; Epoche IIIa
BN Ce 6/6 121
mit neuen Stromabnehmern; Epoche IIIb
 

Kurzbeschreibung:
 

  • Als sich die BLS im Jahre 1907 entschloss, noch vor der Fertigstellung des im Bau befindlichen Lötschbergtunnels den kurz zuvor von der damaligen SFB (Spiez-Frutigen-Bahn) übernommenen Streckenabschnitt Spiez-Frutigen als künftige Nordzufahrt zur eigentlichen Bergstrecke zu elektrifizieren, musste sie auch die ersten Triebfahrzeuge für die neue Betriebsart bei den Industriefirmen in Auftrag geben. Es wurden drei Triebwagen und zwei Lokomotiven bestellt. Bahnbrechend war die der Auftragserteilung vorangegangene Wahl des Stromsystems mit Einphasen-Wechselstrom von 15'000 V und 15, später 16 2/3 Hz. Damit konnten die Erfahrungen der MFO mit dem elektrischen Versuchsbetrieb der SBB-Strecke Seebach - Wettingen erstmals praktisch verwertet werden.
     
  • Der elektrische Betrieb auf der 13.5 km langen und im Maximum 15.5 ‰ ansteigenden Strecke wurde am 1. November 1910 offiziell für den Personenverkehr eröffnet, nachdem die zuerst gelieferten drei Triebwagen der damaligen Serie Ce 2/4 Nrn. 781-783 während einiger Monate Probefahrten absolviert hatten.
     
  • Von den vor allem für den Güterzugsdienst bestimmten beiden Lokomotiven kam als erste die C'-C'-Maschine Ce 6/6 Nr. 121 im Oktober 1910 zur Ablieferung und Erprobung. Erbauer waren die Firmen SLM für den mechanischen und die MFO für den elektrischen Teil. Mit ihrer für die damalige Zeit sehr grossen und bis anhin noch von keinem elektrischen Triebfahrzeug erreichten Stundenleistung von 2'000 PS fand die Lokomotive die einhellige Bewunderung der Fachwelt, indem sie in der Lage war, einen Zug von 300 t Anhängelast auf 27 ‰ Steigung mit 40 km/h zu befördern, eine Traktionsleistung, die im Dampfbetrieb nur mit mehreren Lokomotiven der damaligen Bauarten verwirklicht werden konnte.

  • Die Lokomotive war bis zur Eröffnung des Lötschbergtunnels vor allem im Güterzugsdienst zwischen Spiez und Frutigen tätig. Nach der Betreibseröffnung der Bergstrecke dehnten sich die Einsätze der Lokomotive bis nach Brig aus, diese wurden aber bald durch die neu gelieferten Maschinen der Serie Be 5/7 Nrn. 151-163 übernommen. Ab 1920 wurde die Lokomotive vorwiegend auf der Strecke Thun - Interlaken eingesetzt.
     
  • Nach dem Abschluss der Elektrifizierung der Bern-Neuenburg-Bahn BN wurde die Lokomotive im gleichen Jahr dieser Bahnverwaltung verkauft. Anlässlich der letzten im Jahre 1959 erfolgten Erneuerung wurde von den beiden inzwischen mit Doppelschleifstücken ausgerüsteten Stromabnehmer einer entfernt.
     
  • Im September 1967 besiegelte ein Defekt an einem Motor das Schicksal der Lokomotive. Sie wurde bis im Juni 1968 noch mit einem betriebsfähigen Triebmotor für gelegentliche leichte Dienst verwendet, dann aber nach 57 Betriebsjahren an ein Abbruchunternehmen zum Altmaterialpreis verkauft. Ein komplettes Drehgestell einschliesslich Motor konnte für das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern gerettet werden. Der hier erstmals verwendete SLM-Schrägstangenantrieb hatte inzwischen auf den Rangierlokomotiven der SBB eine grosse Verbreitung gefunden.

Download

 

BLS Ce 6/6 121mit Lok SW 1

 

Kurzbeschreibung:

  • Die BLS-Lokomotive Fc 2 x 3/3 121 von SLM und MFO hatte laut Notiz in der Schweizerischen Bauzeitung vom 10. September 1910 kurz zuvor auf der Strecke Seebach - Affoltern Probefahrten ausgeführt, wobei die nur 800 bis 1'000 kVA leistende Kraftstation allerdings nicht erlaubte, die Lokomotive bis zu ihrer vollen Leistung von 1'500 kW zu betreiben. Die Lokomotive Nr. 1 der MFO (später Seebach - Wettingen) diente vermutlich dazu, den Strom zuzuführen, bestand doch zwischen Seebach und Affoltern nur die seitliche Rutenfahrleitung.

Download