Bödelibahn Trajektfähre BB II


FZ von Thomas Brian


 
 

Im exakten MM-Massstab (gif, trasparenter Hintergrund)

 

Bild verkleinert, um im MM-Schoner eingesetzt werden zu können (H = 58 Pixel)

 

Im exakten MM-Massstab (bmp, schwarzer Hintergrund)

 

Kurzbeschreibung:

  • Auf den Seen im Berner Oberland wurde die Schifffahrt seit 1870 durch die «Vereinigte Dampfschiffahrtsgesellschaft für den Thuner- und Brienzersee» (VDGTB) betrieben. Sie besass praktisch ein Transportmonopol. Mit der 1861 eröffneten Eisenbahnlinie von Bern nach Scherzligen bei Thun nahm nicht nur die Zahl der Reisenden sondern auch der Güterverkehr massiv zu.
     
  • Am 7. August 1872 wurde die erste Teilstrecke der «Bödelibahn» (BB) von Därligen nach Interlaken-Zollhaus (heute Interlaken Ost) eröffnet und zwei Jahre später die Verlängerung bis Bönigen am Brienzersee. Dies hatte zur Folge, dass der obere Endpunkt der Thunersee-Schifffahrt vom rechtsufrigen Neuhaus nach dem gegenüberliegenden Därligen verlegt wurde.
     
  • Die Neugegründete Bahngesellschaft drängte die VDGTB zur Errichtung eines Trajektbetriebes zwischen Scherzligen und Därligen. Die Verhandlungen zwischen den beiden eigentlichen Konkurrenten scheiterten jedoch, worauf die Bahn kurzerhand selber ein Trajektschiff bestellte. Der von Escher Wyss erbaute Schraubendampfer BB I wurde bereits am 15. Oktober 1873 in Betrieb genommen. Auf dem einen Gleis konnten pro Fahrt vier bis fünf zweiachsige Güterwagen befördert werden. Die 18 Kilometer lange Strecke wurde in einer Stunde und 40 Minuten zurückgelegt.
     
  • Transportiert wurden in Richtung Interlaken vor allem Lebensmittel sowie Schlachtvieh, das nicht selten auch auf angehängten Schleppschiffen verladen wurde. In der umgekehrten Richtung wurden etwa Erzeugnisse der Parkettfabrik Interlaken oder von reichen Touristen erstandene grosse Holzskulpturen befördert. Insbesondere in den ersten Jahren des Trajektbetriebes spielte der Transport von Grindelwaldner Gletschereis eine nicht unbedeutende Rolle.
     
  • Schon bald genügte das recht kleine und ziemlich langsame Trajektschiff BB I nicht mehr, was 1886 zur Inbetriebnahme des etwas grösseren und leistungsfähigeren Schiffes BB II führte.
     
  • Als im Juni 1893 die Eisenbahnlinie entlang des Thunersees eröffnet wurde, mussten die beiden Trajektschiffe sofort stillgelegt werden. Sie wurden in der Folge auf den Vierwaldstättersee verkauft, wobei BB I dort nicht in Betrieb kam, sondern auf den Comersee weiterverkauft wurde. Von dort gelangte es später auf den Lago d'Iseo. 1896 wird BB II als DGV 2 von der Dampfschiffgesellschaft Vierwaldstättersee käuflich übernommen und in Betrieb genommen, obschon der Trajektverkehr auf dem Vierwaldstättersee nie die Ausmasse des Verkehrs im Berner Oberland annimmt. Ende Oktober 1920 wird der Betrieb eingestellt. DGV 1 wird 1923 an die Weser in Deutschland verkauft. DGV 2 dagegen verbleibt vorerst bei der Schifffahrtsgesellschaft. Es wird auch weiterhin sporadisch für alle möglichen Transporte oder Kabelverlegungen verwendet, ab 1932 unter dem neuen Eigner Seekag. Erst 1963/64 wird das Schiff komplett in ein Diesel-Kiestransportschiff umgebaut. 1970 sinkt die Einheit, wird aber gehoben und abermals umgebaut. Unter dem Namen Luzern verkehrt das in den Grundzügen aus dem Jahr 1886 stammende Schiff noch heute, gut erkennbar an der Bugpartie.
     
  • Von den beiden Thunersee-Schiffen sind bisher keine brauchbaren Fotos aufgetaucht. Das im Kapitel über den Vierwaldstättersee gezeigte Trajektschiff DGV I entsprach jedoch weitgehend den Thunersee-Schiffen.
     
  • Aus der Homepage Schiffe Schweiz (www.schiffe-schweiz.ch)

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