Kurzbeschreibung:
Vor dem Bau der Bödelibahn war eine durchgehende Schiffbarmachung der Aare zwischen dem Thuner- und dem Brienzersee geplant,
um einen durchgehenden Verkehr zu gewährleisten. Dieses Projekt scheiterte aus finanziellen Gründen. Zweckmässiger
erschien deshalb der Bau einer Schienenstrecke von Därligen (am linken Ufer des Thunersees) via Interlaken bis nach
Bönigen (am Brienzersee), wo ursprünglich auch der Ausgangsbahnhof der Berner Oberland-Bahnen BOB nach Grindelwald
und Lauerbrunnen sowie die Abfahrtsstelle der Zahnradbahn zur Schynigen Platte projektiert war.. Die Bödelibahn war
als erstes Teilstück einer normalspurigen Brünigbahn vorgesehen.
Die BB wurde in zwei Etappen in den Jahren 1872 und 1874 in Betrieb genommen. Bereits seit 1861 führen die Dampfzüge
der schweizerischen Zentralbahn SCB von Bern via Münsingen zum Seebahnhof Thun-Scherzligen, wo die Thunersee-Schiffe
anlegten. Um die Güterwagen direkt nach Interlaken bringen zu können, richtete die BB im Jahre 1873 einen
Trajektverkehr mit zwei eigenen Schiffen ein. Diese neue Art des Warentransportes brachte dem aufstrebenden
Touristenort Interlaken wesentliche Erleichterungen und schuf der ansonsten nicht besonders rentablen
Bahngesellschaft eine finanzielle Stütze.
Für den Zugförderung- und Rangierdienst genügten die drei von Krauss gelieferten Dampfloks E 2/2 mit ca. 66 kW
Leistung. Die Loks erhielten die Namen Föhn, Bise und Zephir. Viel Aufsehen erregten die damals für die Schweiz
ungewöhnlichen doppelstöckigen Personenwagen, von denen insgesamt 14 Stück verfügbar waren. Neben drei Gepäckwagen
unterhielt die BB nur einen bescheidenen Güterwagenpark.
Die Lok E 2/2 Zephir ist heute noch als betriebsfähige, historische Lok vorhanden und wird bei allerlei Anlässen
unter Dampf gesetzt. |