Kurzbeschreibung:
- Die Wahl des Stromsystems war nicht einfach. Die Firma Brown Boveri & Cie war bis anhin mehr dem Drehstromsystem
verpflichtet gewesen, erblickte jedoch die Gelegenheit, sich auf der Seethalbahn mit einem neuen System zu versuchen,
zumal diese Linie in der Nähe ihres Sitzes Baden gelegen war. So fiel schliesslich der Entscheid zugunsten des Einphasenwechselstromsystems,
das für eine einfache Fahrleitungsanlage genügte, womit die Nachteile der Zweidrahtfahrleitungen beim Drehstrom
mit den komplizierten Weichenanlagen vermieden werden konnte. Für den Einphasenwechselstrom mit der Spannung von
5500 Volt genügte die Speisung von einer einzigen Umformeranlage aus, wogegen der bei kurzen Bahnen verbreitete
Gleichstrom die Einrichtung zahlreicher Unterstationen und zudem einen grösseren Fahrdrahtquerschnitt erfordert
hätte. In den Jahren 1909 und 1910 wurde die Seethalbahn als eine der ersten Vollbahnen der Schweiz elektrifiziert.
Nach der Übernahme der Seethalbahn durch die SBB im Jahre 1922 wurde das Stromsystem noch einige Jahre weiterverwendet.
Die Umstellung auf das SBB-übliche Wechselstromsystem mit 15 kV / 16 2/3 Hz erfolgte auf den 1. Oktober 1930. Während
den Umbauarbeiten an der Stromanlage wurde der Sommerfahrplan 1930 mittels Dampflokomotiven bewältigt.
- Die Personentriebwagen BCe 4/4 51-58: Die STB entschied sich für die Beschaffung von reinen Personenmotorwagen
mit Abteilen 2. und 3. Klasse wohl
nicht zuletzt deshalb, weil genügend
Gepäckwagen mit teils wenigen Betriebsjahren vorhanden waren. Dadurch war allerdings die Unterbringung der elektrischen
Apparate erschwert, da sie allesamt unter dem Wagenboden zu platzieren waren, um nebst zwei geräumigen Führerständen
16 Plätze zweiter und 50 Plätze dritter Klasse nebst WC unterbringen zu können. Die von der Wagonsfabrik Schlieren
erstellten Fahrzeuge mit elektrischer Ausrüstung von BBC Baden wirkten für die damalige Zeit sehr modern und elegant.
Im äusseren Erscheinungsbild stellten die sie 1930 ersetzenden SBB-Gepäcktriebwagen Fe 4/4 einen Rückschritt dar.
- Die Gütertriebwagen Fe 4/4 151-152: Für die Führung der Güterzüge, aber auch den aushilfsweisen Einsatz vor
Personenzügen, beschaffte die STB zwei vierachsige Gütertriebwagen, deren Fertigstellung durch die Wagonsfabrik
Schlieren und BBC Baden sich stark verzögerte.
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